Kindertransport mit dem Lastenrad – das GSD im Alltagstest

Kindertransport mit dem Lastenrad – das GSD im Alltagstest

Ist das E-Lastenrad eine echte Transport-Alternative für Familien in der Stadt? Familie Heede aus München bestreitet den Alltag in der Großstadt für einige Monate mit dem E-Lastenrad GSD von TERN. Wir berichten hier über ihre Erfahrungen.

Das GSD transportiert Fahrer, Kinder und Zubehör mit Leichtigkeit.
Ein Fahrrad mit Anhänger ist gut 1,5-mal so lang wie das GSD.

Man sieht sie überall: breite, lange Fahrräder, oft mit einer großen Transportbox über dem Vorderrad und angetrieben von einem Elektromotor. Die sogenannten Lastenräder oder auch Cargobikes erobern die Herzen vieler Stadtbewohner. Viele hadern aber mit einer Anschaffung. Die Gründe: zu teuer, zu schwer, zu sperrig. Auch für Gideon Heede und seine Frau Anita waren das bisher die ausschlaggebenden Punkte, warum sie sich gegen ein E-Lastenrad entschieden haben. Sie leben mit ihren beiden Kindern in München. Die Familie hat zwar ein Auto, das kommt aber innerstädtisch nur selten zum Einsatz. „Oft dauert es in der Stadt länger einen Parkplatz für das Auto zu finden, als die Strecke mit dem Rad zu fahren“, schildert Anita die Situation. „Da wäre so ein E-Cargobike schon klasse.“ Gideon fügt hinzu: „Aber Elektro-Lastenräder sind oft richtig teuer, da ist man schnell bei 6.000 Euro und mehr. Ohne Motor sind sie zwar günstiger, das Fahren mit Last macht aber einfach keinen Spaß.“

Cargobike oder Anhänger?

Das GSD von TERN hingegen stellt eine Ausnahme im Bereich der E-Cargobikes dar. Es ist genauso lang (180 cm) und schwer (27 kg) wie ein normales E-Bike. Zwei Kinder lassen sich auf dem Gepäckträger ganz einfach hintereinander transportieren. Wie ist das möglich? Das GSD ist ein Longtail-Bike. Das bedeutet, der hintere Teil des Rades ist besonders lang. Damit das Rad insgesamt kompakt bleibt und nicht wie die meisten E-Lastenräder in die Länge wächst, hat das GSD kleinere 20-Zoll-Laufräder. Mit einem Preis ab 4.299 Euro ist das GSD eines der günstigsten elektrischen Lastenräder am Markt. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 200 Kilogramm. „Das GSD klammert nahezu alle Nachteile des klassischen E-Cargobikes aus. Daher ist es für uns besonders spannend herauszufinden, ob es im Alltag die gleichen Möglichkeiten wie ein großes Lastenrad bietet“, fasst Gideon seine Erwartungen an den Test zusammen. Die Familie wird das Rad über mehrere Monate im Alltag testen. Für den Kindertransport nutzen die Heedes normalerweise einen Fahrradanhänger. Was sind die Vorteile des GSDs gegenüber einem gängigen Anhänger? „Das GSD ist immer aufgebaut. Es ist kompakt. Ich brauche nicht groß rangieren und es ist sofort startklar“, beantwortet Gideon die Frage. „Außerdem haben die Kinder eine viel bessere Sicht und mehr Fahrspaß.“ Ein kleiner Wehrmutstropfen: Die Kinder schlafen auf dem GSD nicht so leicht ein wie im Anhänger.

Kindertransport mit dem GSD

Mit dem GSD zum Picknickausflug.

Mit den Kindern fahren die beiden gerne mal in den Park oder machen einen kleinen Ausflug. Das macht mit dem GSD richtig viel Spaß, denn dank starkem BOSCH Motor und 500-Wattstunden-Akku können sie nun auch längere Strecken in Angriff nehmen. Für extra große Reichweite kann man das GSD sogar mit zwei Akkus bestücken. „Selbst mit zwei Kindern auf dem Gepäckträger fährt sich das GSD sehr stabil und kompakt. Es ist wendig und liegt gut in den Kurven“, fasst Anita ihren Fahreindruck zusammen. „Im Stehen zu rangieren oder das Rad vom Ständer zu ziehen muss man allerdings erst üben.“ Helfen kann beim Rangieren die Schiebehilfe, die bei allen E-Bikes integriert ist. Im Kindersitz lassen sich die Kinder am Gepäckträger bequem transportieren. „Die Sitze passen super hinten drauf und sitzen sehr fest im Rahmen“, lobt Gideon die Befestigungsstabilität der Kindersitze.

Zubehör für den Kindertransport und mehr

Mit dem Clubhouse Gepäckträgeraufsatz können auch Einkäufe transportiert werden.

Und wie lange dürfen Kinder mitfahren? Kinder dürfen bis zum vollendeten siebten Lebensjahr im Kindersitz auf dem Fahrradgepäckträger mitgenommen werden (Stand November 2019). Das gilt natürlich auch fürs GSD. Für das Rad gibt es ein großes Zubehörprogramm. Dazu gehört ein gepolstertes „Geländer“ (Clubhouse), Sitzkissen, Fußrasten, eine seitliche Abstellfläche für Füße und eine Haltestange unterhalb des Sattels. Zwei große Packtaschen für den Gepäckträger sind beim Kauf inklusive.

Wer sperrige oder schwere Gegenstände mit dem GSD transportieren möchte, der benutzt den Transportaufsatz „Shortbed Tray“ für den Gepäckträger. Er ist ausgelegt für eine Fracht von bis zu 35 Kilogramm.

Parkplatzproblem? Nicht mit dem GSD!

Hochkant aufgestellt findet das GSD überall Platz, ob im Keller oder im Garten.

Ist man mit dem Auto in einer Stadt wie München unterwegs, sucht man oft vergeblich einen Parkplatz. Auch mit größeren Lastenrädern kann es schon mal eng werden. Das GSD lässt sich hingegen bequem parken, es ist schließlich genauso groß wie ein normales Rad. Außerdem kann das GSD sogar hochkant abgestellt werden. „Allerdings nicht, wenn zwei Kindersitze montiert sind. Ansonsten ist es aber schon eine tolle Lösung und es steht recht stabil“, merkt Gideon an.

Transport des GSDs

Das GSD findet einfach am Auto-Heckträger Platz und ist dabei nicht breiter als ein normales Rad.

Das GSD fährt sich angenehm auch auf langen Touren. Dem Wochenendausflug steht also nichts im Wege. Da Familie Heede dafür außerhalb Münchens fahren möchte, muss das GSD erst einmal aus der Stadt zum Tourenstartpunkt transportiert werden. „Es würde gut in den Zug oder die S-Bahn passen, genau wie ein normales Rad auch mit Kindersitz. Aber durch den sperrigen Frontträger tut es sich sehr schwer in kleineren Aufzügen. Hochkant lässt sich das GSD leider nicht abstellen mit zwei Kindersitzen. Und aus Angst es mal tragen zu müssen, falls ein Fahrstuhl ausfällt, haben wir es gar nicht erst mit in die Bahn genommen“, erklärt Gideon und fügt hinzu, „Die Reichweite des GSD ist so gut, dass wir in der Stadt überall hin- und zurückgekommen sind und uns den Zug sparen konnten.“ Für Ausflüge benutzen die Heedes einen Heckträger fürs Auto. Beachtet werden sollte hier das zulässige Gesamtgewicht des Trägers. Das GSD ist nun mal ein E-Bike und entsprechend schwerer als ein normales Rad.

Testfazit: GSD im Langzeittest

Eine echte Auto-Alternative für Gideon und seine Familie - das GSD.

„Und wie schlägt sich das GSD? Ist es eine Alternative zum Auto?“ fragen wir die Heedes. „Es ist absolut eine Alternative“, lautete die Antwort, „wir haben das Auto oft stehen lassen. Durch den kräftigen Motor, den Platz für zwei Kinder und die Möglichkeit vorne sicher Taschen und Zusatzgepäck mitführen zu können ist es ein absolutes Platz-Komfort-Wunder!“ Einziger Kritikpunkt: voll beladen sieht es sich schwer auf den Ständer und auch wieder zurück zum Losfahren. Was sagen die Kinder zum GSD? „Sie lieben das Rad. Sie können besser und mehr sehen als im Kinderanhänger. Sie haben auch das Gefühl mehr dabei zu sein, näher an Mama oder Papa. Sie fühlen sich größer und nicht so abgestellt“, verrät uns Anita im Namen der Kids (3 und 1 Jahr alt). „Die Kinder haben mehr Spaß, sie sind mehr an der Luft. Die Fahrt mit dem GSD ist ein Abenteuer und Erlebnis, da sie die Umwelt besser wahrnehmen und links und rechts schauen können. Es gibt kein Gezanke wie im Hänger. Nur bei Regen hat der Anhänger natürlich Vorteile.“

Bei so viel Fahrspaß vergeht die Fahrt für die Kids wie im Flug.

Uns interessiert natürlich abschließend welches Transportmittel die Familie nun bevorzugt nach diesem Test. „Bei trockenem Wetter ganz klar das TERN. Gerade in einer so verkehrsreichen Stadt wie München ist ein Fahrrad einfach klasse. Auch wegen den schlechten Parkplatz-Möglichkeiten ist es eine zeitsparende Transportmaschine. Dazu kommt der Spaß an der Bewegung und der frischen Luft. Es ist ein super Erlebnis mit dem GSD zu cruisen. Außerdem ist man immer schnell. Das beflügelt!“ fasst Gideon zusammen. Dem können wir wohl nichts hinzufügen. Wir freuen uns, dass das GSD so gut ankommt.